Weltersburg liegt am südlichen Hang des 436m hohen Weltersburger Kopfes, einem vulkanischen Ausläufer des Watzenhahn. Zur Sicherung eines Teilabschnittes der alten Köln-Frankfurter-Straße wurde hier kurz nach 1100 im Auftrag des Reiches eine Burg errichtet, die ihre strategische Bedeutung jedoch schnell verlor und heute vollständig verfallen ist. Vor allem in der sogenannten "Schlacht" um die Weltersburg, einer Auseinandersetzung der Grafen von Katzenellenbogen mit den Herren von Weltersburg, soll die Burg 1421 schwer beschädigt worden sein.

Als erste urkundlich gesicherte Besitzer der Burg werden bei der Ersterwähnung 1220 die Grafen von Sayn und einige Jahre später die Herren von Isenburg genannt. 1314 erteilte den Grafen von Sayn, für die sich im Schatten der Burg entwickelnde Siedlung, Kaiser Ludwig IV 'der Bayer' Stadtrechte.

Von 1355 bis 1808 gehörte der mit Ringmauer und zwei Türmen gesicherte Ort sowie ein Teil der mit Kurtrier umstrittenen Gemarkung zu Westerburg, bevor unsere Region und damit auch Weltersburg zunächst Nassau und ab 1866 Preußen zufiel.

Heute gehört Weltersburg mit knapp über 300 Einwohnern als eine der kleinsten von 23 Ortsgemeinden zur 1972 neu gegründeten Verbandsgemeinde Westerburg.


Herausragendes Baudenkmal des Dorfes ist das nach 1552 errichtete viertürmige Renaissanceschlösschen der von Reifenberg, einer hier ansässigen niederadeligen Familie, die neben den ebenfalls in Weltersburg belehnten von Brambach regionale Bedeutung erlangten. 

Das Schlösschen gehörte später der nahe mit Goethe verwandten Familie von Schuler. 1779 besuchte der Vater des Dichters Weltersburg anlässlich der Taufe eines Neffen und im Jahr 1814 übernachtete der preußische Marschall Blücher auf dem Weg zu seinen gegen Napoleon ziehenden Truppen im Haus der von Schuler.





Für die Kapelle der heiligen Maria, Margaretha und Johannes (Ersterwähnung 1329) erwirkte ein Laurentius von Weltersburg 1359 bei Papst Innocenz VI einen Ablass. 1515 wurde die vermutlich baulich veränderte Kapelle erneut geweiht. Nach einer Feuersbrunst die vor 1664 das Gotteshaus und den größten Teil des Dorfes in Schutt und Asche legte, konnte die Kapelle wohl erst kurz nach 1700 wieder genutzt werden. Aus dieser Zeit stammen auch der kürzlich renovierte Barockaltar sowie eine der Hadamarer Schule zugeordnete Plastik

(Texte und Bilder: Andreas Dasbach, Manfred Schaaf, Michael Dasbach, Wikipedia.de)